Rennbericht Reisersberg deutsche Hard Enduro Meisterschaft
Kurzfristig entschied ich mich die deutsche Hard Enduro Meisterschaft mal wieder nach 2 Jahren Pause, da ich mich hauptsächlich auf die Junioren WM konzentrierte, zu bestreiten.
Es war ein unglaublich heißes Wochenende, als in Deutschland eine große Hitzewelle bevorstand. Mit viel Freude wieder viele alte Freunde und Kollegen zu sehen, ging ich als Allerletzter an den Start, da ich Gastfahrer war.
Direkt konnte ich mich für die erste Startreihe im Gruppenrennen, dem Qualifikationslauf, einreihen. Mit dieser guten Ausgangsposition ist aber das Rennen noch lange nicht gewonnen. Deshalb versuchte ich viel Energie zu sparen für das Finale, jedoch trotzdem einen guten Startplatz herauszufahren. Ich fand direkt einen unheimlich guten Flow und merkte, wie mein Speed sich mittlerweile den Topfahrern angepasst hatte. Ich konnte gut vorne mitfahren und hatte wirklich Spaß.
Vor dem Finale waren wir alle sehr müde und es traf uns mit der Nachmittagshitze. Vor allem viele neue anspruchsvolle Steinfelder warteten auf uns im Finale, welche natürlich besonders gut die Temperatur reflektieren. Dementsprechend knifflige Bedingungen, die man allesamt beherrschen muss.
Mein Start war nicht schlecht, zwar wie immer eher defensiv, aber auch nicht in große Startcrashs verwickelt gewesen. Anfangs fuhr das Top Fahrerfeld sehr gestaffelt hintereinander für ein bis zwei Runden, bis wir dann auf die zu Überrundenden trafen. Hier musste man technischere Linien an den Schlüsselstellen wählen und konnte mit etwas Risiko viele Plätze gut machen. Genau das wusste ich und konnte ich perfekt umsetzen.
Während des Rennens hatte ich keinen blassen Schimmer auf welcher Position ich mich befand und freute mich daher umso mehr als ich im Ziel erfuhr Platz 1 bei den Junioren und Platz 4 in der Gesamtwertung belegt zu haben.
Dass ich teilweise auf dem dritten Gesamtrang unterwegs war und diesen kurz vor dem Ziel erst abgegeben hatte, zeigte mir nach einer nicht sehr einfachen ersten Saisonhälfte, dass man einfach immer weiter machen muss und irgendwann dafür belohnt wird. Mir bedeutet dieser Sieg vor allem sehr viel, da ich, als ich das letzte Mal die deutsche Meisterschaft mitfuhr, knapp an den TOP10 in der Gesamtwertung und knapp in den TOP5 der Junioren kratzte.
Jetzt solch einen Schritt nach vorne in meiner eigenen Leistung, die der anderen Fahrer und der eigentlichen Meisterschaft zu sehen, ist definitiv zufriedenstellend.
So kann es weitergehen, denn das nächste Rennen ist die Red Bull Romaniacs, die härteste Hard Enduro Rally der Welt, bei der ich das erste Mal in der Gold Klasse an den Start gehen werde, nachdem ich letztes Jahr als bester Deutscher den 9. Platz in der Silber Klasse belegt habe.




